Sparsamer Umgang mit Flächen

Die Rahdener GRÜNEN beschäftigten sich unter anderem mit der zukünftigen Ausrichtung und Entwicklung der Stadt Rahden.

Gerade in der Zeit kurz vor der Kommunalwahl kann wieder festgestellt werden, dass Parteien mit einem Mal den Umweltschutz und den Klima-wandel entdeckt haben. Leider sehen die Beschlüsse der Vergangenheit völlig gegensätzlich aus. Hier ein Beispiel: Der Rat hat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung mit großer Mehrheit - nur die GRÜNEN stimmten dagegen - dem Ankauf von Flächen für ein neues Gewerbegebiet zugestimmt. Neben den hohen Kosten für den Grunderwerb hat das zur Folge, dass enorme Kosten für Erschließung, Infrastruktur, Regenrückhaltung und vieles mehr anfallen.

„Wir sind durchaus für eine maßvolle Weiterentwicklung von Gewerbegebieten, insbesondere dem Gewerbegebiet Süd. Der Kreis hatte hierzu auch schon Pläne vorgestellt in Richtung eines interkommunalen Gewerbegebietes mit Rahden, Espelkamp und Stemwede. Damit könnten alle 3 Kommunen zukunftsweisende und verantwortliche Entscheidungen treffen. Es kann nicht Ziel sein, wie es in der Vergangenheit schon geschehen ist, dass wertvolle Gewerbeflächen zu Schleuderpreisen, und damit auf Kosten aller Steuerzahler, abgegeben werden“, so Winrich Dodenhöft, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN in Rahden.

„Wir sind generell für einen sparsamen Verbrauch von Flächen, nicht nur für Gewerbe, auch für Verkehrs- und Siedlungsflächen.“ Die SPD und GRÜNEN geführte Landesregierung hatte dieses Ziel schon im Landesentwicklungsplan verankert. Eines der ersten Beschlüsse der CDU und FDP Regierung war die Streichung dieses Zieles.

Der Flächenverbrauch ist mit dem unumkehrbaren Verlust von Landschaftsräumen verbunden. Er beeinträchtigt die landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten, wirkt sich nachteilig auf Biotop- Landschafts- und Naturschutz aus, verringert Erholungs-, Ruhe- und Frischluftbereiche und trägt zum Klimawandel bei. Täglich werden bundesweit 66 Hektar Freifläche versiegelt, in NRW sind es täglich rund 10 Hektar. In NRW beträgt der Anteil an versiegelter Fläche bereits rund 23,5%. Die „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie-Neuauflage 2016“ legt die tägliche Inanspruchnahme bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar fest. Den Kommunen wie Rahden fällt hierbei eine Schlüsselrolle zu, denn hier werden die Entscheidungen für oder gegen einen ungebremsten Verbrauch von kostbaren Flächen getroffen.

W. Dodenhöft